Als ich klein war, wurde in den Umkleidekabinen, die ja Geschlechtertrennung vorsehen, lautstark gepöbelt, gesungen und gerauft. Was einst kindisch war, wurde später pubertärer Blödsinn, wenn es in der vereinsinternen Kabine darum ging, ein Remis oder ‘nen Sieg zu feiern. Bierduschen, Lobeshymnen und lautstarke Verschmähungen der Gegner, die nur eine Kabine weiter entfernt saßen und Trübsal bliesen, schufen dann immer eine ganz spezielle Atmosphäre von Einigkeit und Hochmut.
Ich bin sehr glücklich darüber, dass auch in meinem gegenwärtigen Lebensabschnitt dieses kindliche Toben weiterhin besteht. Gerade unter Schauspielschülern wird doch mehr als genügend Schwachfug betrieben. Wenn man sich dann zum gemeinsamen Umziehen in der Umkleide trifft, sind jegliche soziale Forderungen der Gesellschaft schlichtweg irrelevant. Da wird noch immer abartig geflucht, Konkurrenzstreben ausgelebt, gedroschen und getreten, beleidigt und vergessen, was Anstand meint. Jene Umkleidekabinen machen aus Männern keine Freaks, sie sind es bereits. Dieser seltsame Ort scheint etwas ganz Besonderes zu sein, kitzelt er doch Wesenszüge aus einem heraus, die irgendwie ein Leben lang schon in einem schlummern, aber eben nur dann und wann hinausdürfen.
Bis zum nächsten Schlagabtausch, Männer ! Ich bin schon jetzt rauflustig.
Ich will nicht bei dir klingeln, und ich tu es doch
Ich will nicht an dich denkn’, und ich tu es immer noch
Ich will nicht von dir reden, vom singen ganz zu schweigen
Schäm dich was, dass du dich immer noch in meine Lieder schleichst
Ich hab versucht mir, mir einzureden, dass du ja eigentlich gar nicht so schön bist
Dass du bescheuert bist und nichts verstehst, dass wir nicht füreinander bestimmt sindMit jedem deiner Fehler, mit jedem deiner Fehler,
Mit jedem deiner Fehler lieb’ ich dich mehr.Du bist so herrlich überheblich, so wunderbar arrogant
Ganz schön eingebildet, dafür ernenn’ ich dich zur Königin von meinem Land(..)
mit ‘nem kasten limo, guter laune und zum teil entschlossen
und dann wird mit den zeitgenossen nochma blei gegossen
danach zünden wir ne matte böller und geloben uns zu bessern
ziehen uns ordentlich einen hintern den knorpel und glauben fest dran
morgen gehts früh raus kalt duschen und spätetestens mittags gibts
matetee und mehrkornbrezeln und die ersten situps
frühstück, halb auf gehts bald drauf zur typberaterin
und ich muß in sachen sport dringend ‘n halmapartner finden
ich muß versicherung checken sonst gibts noch weniger rente
wenn ich so weiter mach brauch ich jede mark für medikamente
ich mein an und für sich eins nach dem anderen natürlich
und ob sich etwas ändert ist wohl mehr als fragwürdig
aber für alle zwangsoptimistinnen und glas-halb-voll-jungs
der erste ist der schwerste frohes neues auf uns
ich bin
fest entschlossen mich im neuen jahr zu ändern
ich will
mich vorbildlich benehmen in aller herren länder
ich darf
erst nach getaner pflicht auf alltag schalten
die kugel ruhiger schieben und den ball flach halten