.. Nun sitzt er nicht allein, aber für sich. Je weiter er fährt, desto mehr enwickelt sich etwas in ihm eigendynamisch; mal kontrollierbar, dann wieder losgelöst. Die Leute um ihn herum scheinen oberflächlich zu bemerken, was vor sich geht, weshalb er sich erfolglos zusammenzunehmen sucht. Ein gefühlt unentwegter Temperaturanstieg gepaart mit emotional doppelt unterstreichenden Klängen im Ohr bringen ihn mehr und mehr zu einem Desinteresse für sein Umfeld. Der Kaugummi wird stranguliert, als wolle er den Kloß im Hals einfach wegbeißen, so mir nichts dir nichts runterschlucken. Am Nollendorfplatz, wo auf dem Gegengleis ein Mensch ihn durchschauend anblickt und zwinkert, ist die Körperbeherrschung hin. Es ist wie das gute Zureden eines nahe stehenden Menschen, das es noch mehr verschlimmert. Keine Träne, ein Ball, kullert hinab und tönt dumpf beim Aufprall auf das fusselige T-Shirt. Sie hatte recht: er ist traurig.
Wenn man mich kennt, weiß man, dass ich nicht unbedingt ein Sonnenkind bin. Ich finde generell immer kleine Wehwehchen und etwas zu meckern, doch gerade heute brauch nicht einmal ich mir Sorgen um mich zu machen, denn es läuft doch eigentlich alles wie am Schnürchen. Bin nun ein gutes Jahr in der Hauptstadt, bin überglücklich mit dem, was ich hier anstelle, fand und find neue Freunde, behalte meine alten und verliere auch welche anderen. Easy come, easy go.
Auch mein über alles geliebter Bruder bleibt nicht stehen, wandelt und vetritt die Uebelkeit in Person mittlerweile in einer der schönsten Hansestädte. Thomas, mein Held, wer, wenn nicht du ! Ich liebe dich.
An alle, die meine Nähe zu behalten versuchen - ich weiß, ich mach’s euch nicht immer leicht -, mich unterstützen und zurechtscheißen: Wie geil, dass ihr da seid. An alle, die mich verachten, mir was vorspielen oder denen ich egal bin: Danke. Ihr hört von mir.