Nun hab ich auch noch ein Gerstenkorn, kleine Pickelchen an den Fingern, die wirklich seltsam aussehen und zu allem Überfluss auch noch Schluckbeschwerden, die sich in den nächsten Tagen wohl in einen Schnupfen umwandeln werden.
Ja, es geht so allmählich zu Ende mit mir und wer wissen möchte, warum Männer gern zum Jaulen tendieren:
Ganz einfach; es soll keiner von nichts gewusst haben, wenn Mann dann wirklich so mir nichts, dir nichts einfach wegstirbt.
Weißte bescheid ..
Schritt um Schritt, Mimik um Mimik komme ich mir genauestens beobachtet vor, seitdem es da ist. Seither fällt mir das Lächeln schwer bzw. wenn ich grinse, scheint es sicher alles andere als authentisch, weil ich meine Mundwinkel merklich anders bewege, als ohne Einschränkung.
Momentan versuche ich nun darum, allein meine Schokoladenseite zu zeigen, was in diesem Fall die rechte ist, denn von dort sieht man es kaum.
Es kribbelt und kitzelt, es krabbelt nicht, denn das tun kleine Kinder, aber es juckt und ich vermag nicht, daran zu spielen, weil’s sonst wohl noch schlimmer wird.
Als kleines Kind schon fand ich es schrecklich, in der Pubertät war es Grund zur zeitweiligen Isolation und verantwortlich für den Blick nach unten. Heute blicke ich, auch wenn man es diesem Beitrag wohl nicht entnehmen kann, dem Greuel vergleichsweise gelassener entgegen, doch der Spiegel lügt nicht:
Es ist einfach hässlich und entfacht Gedanken in Richtung „Ich bleib heut lieber daheim.“ .
Ich verachte dich, Herpes.
Das kann’s nicht sein, nee, echt nich. Seit wann muss ich mir sowas bieten lassen? Ich bin nicht nur zutiefst beleidigt, nein, ich fühl mich weiterhin noch weniger als missverstanden. Ich hab keine Muse mehr, der Abtreter, das Ventil, der punching ball oder das schlechte Wetter zu sein. Ich will alles tun, um meine Situation zu verbessern. Wenn es jemanden da draußen gibt, der genau weiß, dass er mir Halt geben kann, so bitte soll man mich befreien. Eigentlich aber bin ich selbst schuld. Ich habs mir so ausgesucht und nun spür ich die Konsequenzen. Spüren wäre vielleicht sogar ein wenig milde ausgedrückt, viel eher beschreibt Einsicht das Wort, das mich so quält.
Ich kann so nicht bleiben, also lass mich bitte gehen.