Uebelkeit und sein Unwohlsein

Als ich heut aufstand gings mir, wie schon seit einiger Zeit, nicht allzu gut. Ein mich im akkustischen Sinn hemmender Druck im Ohr verwehrt mir beispielsweise das mühelose Verfolgen sekundärer Nebenbei-Gespräche in gemütlicher Gesellschaft mit Freunden und Bekannten beim Chillen, weil ich einfach nix höre, verdammt. Nachdem ich also seit nunmehr fast zwei Wochen an einem grippalen Infekt mit Nebenerscheinungen leide und auch schon so manch gut gemeinten Rat erhielt, beschloss ich, heute einen Spezialisten, einen Hals-, Nasen und Ohrenarzt aufzusuchen. Weil ich im Telefonbuch nicht fündig wurde, war es nötig zu improvisieren. Ich verstellte Stimme und Dialekt und gab mich als einen norddeutschen Bundesbürger aus, der derzeit in Spremberg verharrt und leider erkrankt ist. Die nette Frau am Telefon (Donkä Digger!) empfohl mir einen Onkel Doktor, der gleich bei mir um die Ecke residiert. Die Straße kannte ich dennoch nicht und so ließ ich es mir nicht vergönnen, mir von der in Spremberg alles besser wissenden Mutti am Hörer auch noch den Weg zu erklären. Fix bei der Schwester im Haus angerufen und ich wusste, dass 14 Uhr meine Zeit kommen würde. Die Untersuchung samt Hörtest lief reibungslos. ,,Kommt von der Grippe.” Nicht nötig also die Sorgen, taub werden zu können. Außer, dass der Chef aussieht, wie Henry van Dump von den Gina Wild Streifen, gibt es an dieser Stelle nichts Nennenswertes zu berichten. Zuletzt fragte ich den Herrn Doktor noch aus reiner Neugier und Rechthabelust, wie es sich mit Reinigung der Ohren verhält und ob denn Wattestäbchen wirklich zu empfehlen seien. Entgegen vieler Erwartungen ist dies nicht so. Da sich unsere Ohren zum gröten Teil eigenständig reinigen, ist es ratsam, nur den äußersten tastbaren Rand zu säubern und Schmalz zu entfernen. Alles andere bringe das ,,natürliche Gleichgewicht in eine Disbalance” (Herr Dr. B). Klingt bekloppt, is’ aber so.
Als ich diese spezielle Institution für Kranke verließ, sah ich aus der Tür herausschreitend, dass genau gegenüber der Praxis die örtlichen Vertreter der SPD ihr Büro haben. Macht mal wieder was, ihr Unken!

2 Responses

  1. elkrasso Says:

    jetzt weiss ich woher mir der onkel doc immer bekannt vorkommt. und die unken auch bekannt als mitglieder der SPD machen natürlich was, doch schlagen immer nur die negativen sachen einen hohen punkt in den zeitungen an.

    gruss ellle

  2. enemee Says:

    *lol* Micha, politician dude

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